Der Kreisverband der Europa-Union Baden-Baden/Rastatt hatte sich in Kooperation mit dem Kirchlichen Bildungswerk Baden-Baden und dem Presseclub Baden-Baden zu einer Tagesreise nach Verdun  aufgemacht, um 100 Jahre nach der blutigsten Schlacht des Ersten Weltkrieges gegen das Vergessen, Verdrängen und Verniedlichen vom Kriegen ein Zeichen zu setzen.

Verdun steht für eines der blutigsten Kapitel des Ersten Weltkriegs. Ganze Armeen fielen im Kampf um wenige hundert Meter Boden. Bis heute ist das sinnlose Massensterben an den Fronten des Städtchens Verdun, ein Symbol für das menschenverachtende Antlitz des Ersten Weltkrieges. Verdun wurde für eine ganze Generation von Franzosen und Deutschen zum Trauma. Auch heute noch, 100 Jahre danach, ist das Erbe des Ersten Weltkrieges hier spürbar

Ingrid Ferrand, die durch ihre sehr kompetente, fundierte und einfühlsame Art die Besuchergruppe durch die damals umkämpften gebiete führte, berichtete von über 50 Millionen explodierten  Artilleriegranaten und Wurfminen, welche die Landschaft umpflügten, ganze Ortschaften ausradierten und Tod über eine unbekannt große Anzahl von Menschen brachte. Bis heute hat sich die Natur noch nicht vollständig erholt. Nach wie vor befinden sich zahlreiche Blindgänger, Gewehre, Helme, Ausrüstungsstücke und menschliche Knochen im Erdreich des Schlachtfelds. Alleine im beeindruckenden und bedrückendem Beinhaus von Douaumont werden die Gebeine von etwa 130.000 nicht identifizierten deutschen und französischen Soldaten verwahrt.

„Leider gehen die Besucherzahlen seit Jahren kontinuierlich zurück, die jüngeren Generationen verlieren den Bezug und das Interesse an diesen historischen Orten“, bedauerte Ingrid Ferrand. „Genau deswegen sind wir ja hierhergekommen um gegen das Vergessen und an das sinnlose Massensterben verursacht durch Kriege zu gedenken, zu erinnern und zu mahnen“, so Werner Henn, der Vorsitzende des Europa-Union Kreisverbandes, der diese Reise organisiert hatte.

Bildunterschrift: Ingrid Ferrand mit der Besuchergruppe in den Katakomben des Fort Douaumont

Bericht und Bild: Werner Henn

28.04.2015 | 2953 Aufrufe