Europa-Professionell ist ein Netzwerk der Europa-Union Deutschland, Landesverband Baden-Württemberg e.V., das die Interessen der Unternehmen anspricht.

Am 20. September fand die Auftaktveranstaltung in der Volksbank Stuttgart statt. Unser Gastredner war Herr Wuermeling, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. Vielen Dank für Ihren sehr interessanten Vortrag zu den letzten Entwicklungen der Wirtschafts- und Währungsunion und die spannende anschließende Diskussion mit den Anwesenden!

Frau Anja Roth, Bereichsleiterin der Interessenvertretung des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands e.V., stellte uns einführend kurz die Volksbank Stuttgart, den Genossenschaftsverband und aktuelle Regulierungsthemen für Banken vor. Im Anschluss stellte Frau Dr.-Ing. Püchner, Vorsitzende des Kreisverbandes Stuttgart der Europa-Union und stellvertretende Landesvorsitzende der Europa-Union Baden-Württemberg, eine Übersicht über den inhaltsreichen Lebenslauf unseres Gastredners vor.

Herr Wuermeling, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, fing mit der Darstellung der „Erfolgsstory“ des Euro an. Die gemeinsame Währung hat seit ihrer Einführung, der Eurozone durchaus Stabilität gebracht. Davor herrschte eine viel heterogenere Lage: bis 1998 betrug die Inflationsrate 2,7 %. Seit 1999, Datum der Einführung des Euro, beträgt sie durchschnittlich nur noch 1,4 %. Dass die Inflation und damit die Zinsen zu gering sind, ist eigentlich ein aktuelles Problem. Der Euro macht die Europäische Union wirtschaftlich attraktiver und ist somit ökonomisch sinnvoll. In Deutschland ist 82% der Bevölkerung mit der gemeinsamen Währung zufrieden, während in Europa 74 % Euro-Befürworter sind. Durchschnittlich betrug der Eurokurs zu US-Dollar seit 1999 1,21 USD.

Die Deutsche Bundesbank erzählt Herr Wuermeling weiter ist, wie alle Zentralbanken, die Hüterin der Preisstabilität. Wie hoch die Zinsen sein sollten, ist je nach Interesse der Wirtschaftsakteure (Sparer, Investor, Häuslebauer usw.) sehr unterschiedlich. An wem soll sich denn die Geldpolitik orientieren? Der Auftrag der Zentralbank ist die Preisstabilität, ohne Maßnahmen zugunsten eines besonderen Akteurs zu unternehmen. Herr Wuermeling unterscheidet die Rolle der Zentralbank von der der Regierung, des Staates. Während einer wirtschaftlichen Krise ist es die Rolle des Staates, den Unternehmen zu helfen, wieder finanziell tragfähig zu sein, und nicht die Rolle der Zentralbanken. Die aktuelle expansive Geldpolitik ist eine Reaktion auf die letzte Finanzkrise, es ist eine unkonventionelle Maßnahme, damit die Banken viel Liquidität zur Verfügung haben. Nach dem interessanten Vortrag konnten die Gäste Herrn Wuermeling Fragen stellen, sodass einige unklare Punkte aufgeklärt werden konnten.

Am 13. November 2018 findet die zweite Veranstaltung des Netzwerkes Europa-Professionell in Stuttgart statt, diesmal zum Thema Internet der Zukunft mit Nicole Müßigmann als Gast, der früheren Nationalen Expertin des Landes Baden-Württemberg bei der Europäischen Kommission im Bereich „Next Generation Internet“.

Die Anmeldung ist schon offen und erfolgt via info@jef-bw.de