Am 3. September 2015 lud die Europa-Union Mannheim zusammen mit den Jungen Europäern (JEF) zu einer Gesprächsrunde über die Zukunft des Kontinents in die Abendakademie. Etwa 90 Bürgerinnen und Bürgern sind der Einladung gefolgt und konnten einen spannenden und aufschlussreichen Abend miterleben.

 

 

 

Mannheim, den 05. September 2015

In einer Gesprächsrunde unter dem Titel „Europa – Ein Modell mit Zukunft?“ wurde am Donnerstagabend über Herausforderungen und Aussichten der europäischen Integration diskutiert. Der Einladung der Europa-Union und der Jungen Europäer (JEF) folgten etwa 90 Bürgerinnen und Bürger. Laut der Veranstalter zeigte dies deutlich, dass das Interesse an Europa sehr groß ist.
CDU-Stadtrat Claudius Kranz wies in seinem Grußwort darauf hin, dass viele Mannheimer Kommunalprojekte der letzten Jahre ohne die finanzielle Unterstützung aus Europa so nicht vorstellbar gewesen wären. Dennoch scheint die Zukunft Europas insgesamt weniger rosig auszusehen als noch vor einigen Jahren, so Pantelis Nikitopoulos, Vorsitzender der Europa-Union Mannheim. Mit der Idee eines demokratischen Europas der verschiedenen Kulturen und Lebensweisen können sich aber besonders junge Menschen anfreunden, so Anna Adendorf von den Jungen Europäern (JEF).
Die Gründe für eine erstarkende Europaskepsis wurden schließlich auf dem Podium diskutiert. Der SPD-Europaabgeordnete Peter Simon machte darauf aufmerksam, dass geringe Akzeptanz besonders durch die Egoismen nationaler Regierungen gefördert wird, die häufig ihre eigene schlechte Politik der EU zuschustern. Die Politikwissenschaftlerin Prof. Jale Tosun sieht eine wichtige Aufgabe daher in einer stärkeren sachlichen Aufklärung über die Arbeit der EU – eine Aufgabe, die vor allem durch die Medien wahrgenommen werden muss. Sie wies zudem darauf hin, dass das Wissen um Europa in der Bevölkerung seit Beginn der Krise stark gestiegen ist.
Constantin Schäfer, Mitgründer des Vereins Bringing Europeans Together Association (BETA), stellte die zentrale Bedeutung eines „Europas von unten“ heraus. Besonders in der Arbeit von Vereinen und Initiativen vor Ort sieht Schäfer einen wichtigen Beitrag für das Gelingen des europäischen Modells. So kann auch vermieden werden, dass Europa zu einem Elitenprojekt wird. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Dr. Gerhard Schick fügte hinzu, dass Europa im Leben der Menschen eine immer wichtigere Rolle einnimmt, dies allerdings häufig übersehen wird. Er schlägt daher vor, die EU regional stärker zu verankern und so zu reformieren, dass EU-Recht nicht erst in nationales Recht umgewandelt werden muss.
Der Abend endete mit dem Appell, sich mehr für Europa zu engagieren, sodass Reformen aus der Bevölkerung heraus angestoßen werden können. Gerade Vereine wie die Europa-Union können dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

 
05.09.2015 | 1328 Aufrufe