Unter dem Titel „Europäische Heimat als Brücke – Städtepartnerschaften gestern, heute und morgen“ hatten der Bund der Vertriebenen Baden-Württemberg, die Europa-Union Baden-Württemberg, die Deutsche Jugend in Europa Baden-Württemberg und die Jungen Europäer – JEF Baden-Württemberg ins Stuttgarter Haus der Heimat zu einer Tagung zum Thema Städtepartnerschaften eingeladen. Die stellv. Landesvorsitzende der Europa-Union Dr. Petra Püchner betonte in ihrer thematischen Einführung, dass der Heimatbegriff ganz unterschiedlich besetzt sei. Eng mit dem Begriff Heimat sei auch der Verlust der Heimat verbunden. Diese Erfahrung hätten viele Deutsche am Ende des 2. Weltkrieges machen müssen. Umso bedeutsamer sei es, dass der Verzicht auf Rache und Vergeltung, wie er in der Charta der Heimatvertriebenen festgeschrieben worden sei, den Weg für Verständigung und Frieden eröffnet habe. Hieraus seien auch viele Städtepartnerschaften entstanden. Leider sei auch das heutige Europa nicht frei vom Schicksal der Vertreibung wie es z.B. bei Besuchen auf dem Balkan deutlich werde.

Günther Zimmermann, Ehrenlandesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien berichtet über die Entstehung und die Entwicklung der Städtepartnerschaft zwischen Birawa und Ostfildern, die 2016 ihr 25-jähriges Bestehen feiern konnte. Der Anstoß sei von zwei Brüdern gekommen, deren einer in Birawa und der andere in Ostfildern ansässig war. Über die Jahre seien Austausche zwischen Schulen, der Feuerwehr, den Verwaltungen und von Jugendgruppen entstanden. Es sei jedoch immer wieder eine Herausforderung, die Partnerschaft mit Leben zu füllen.

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Chancen und Herausforderungen der Städtepartnerschaften. Es wurde deutlich, dass es im Zeitalter des billigen und einfachen Reisens schwerer wird, Jugendliche für Austauschprojekte mit mittel- und osteuropäischen Städten zu gewinnen. In der Diskussion wurde auch deutlich, dass es wichtig sei, auf die politische Dimension der Städtepartnerschaften hinzuweisen und auch allen Ebenen Fördermittel für Austauschaktivitäten einzufordern. Zudem müssten die sozialen Medien verstärkt genutzt werden und insgesamt mehr über die zahlreichen Aktivitäten der Städtepartnerschaften kommuniziert werden. Angeführt wurde auch, dass neben den Städtepartnerschaften auch die kulturellen Patenschaften aus dem Kreis der Landsmannschaften eine eigenständige Bedeutung hätten.

 

Am Ende bestand bei allen Beteiligten Konsens, dass es noch sehr viele Aspekte aufzuarbeiten gebe und in jedem Fall Folgeveranstaltungen stattfinden sollten. Ein erster Termin ist bereits für den 9. Februar 2019 geplant. Zudem sollen die Forderungen in einem kurzen Papier zusammengefasst werden.